4 Aufgabe: Referenzwerke

Gasthaus:
Def: bezeichnet in der Neuzeit ein öffentliches Haus, in dem fremde Personen gegen Bezahlung übernachten sowie mit Speisen und Getränken oder auch weiteren Dienstleistungen versorgt werden konnten. Die Verbreitung der kommerziellen Gasthäuser hängt mit der zunehmenden Mobilität und den strukturellen Veränderungen der Reise-Tätigkeit zusammen; Als wichtige Knotenpunkte etablieren sie sich seit dem 11. Jahrhundert zunächst entlang von Pilgerwegen und in Städten an den wichtigsten Handelsstraßen.

Schon im Mittelalter gab es ganz verschiedene Gasthäuser, von Fürstenherbergen bis zu Spelunken. Es gibt aber 2 große Gruppen von Gasthäusern. Die einen die ein umfassendes Angebot mit Übernachtungsmöglichkeit offerieren und die anderen die lediglich zum Ausschank von Wein oder Bier und der Darreichung eines kalten Imbisses berechtigt waren. Den unterschied erkannte man am Schild was am Haus angebracht war. Ein ausgehängter Buschen, Kranz, Reif oder Kanne kennzeichnete ein Imbiss Gasthaus, Schilder mit der Bildlichen Darstellung des Wirtshausnamens kennzeichneten einen vollbetrieb.
Im Laufe der Neuzeit fand eine soziale und funktionale Differenzierung von Gasthäusern statt: Seit dem 17Jh. verbreiteten sich Kaffeehäuser, um 1760 kamen in Paris die ersten Restaurants auf, mit Beginn der Industrialisierung entstanden Ausflugsgaststätten in der Umgebung der sich rasch vergrößernden Städte, und um die Mitte des 19Jh. entwickelten sich mit der Entstehung des modernen Fremdenverkehrs Hotels.
Das Gastgewerbe wurde aus ordnungspolitischen Gründen unter Obrigkeitlicher Kontrolle gestellt, da der öffentliche Raum mit Alkoholausschank und dem "Milieu der Nacht" verbunden war. Seit dem Mittelalter waren Wirte verpflichtet für die Fremdenkontrolle, die Namen, Herkunft und das Reiseziel von allen Gästen zu melden. Nach der Abendlichen Sperrstunde, je nach Territorium und Jahreszeit zwischen 19 und 22 Uhr, sowie während Gottesdiensten durfte niemand bewirtet werden.
Die meisten Gasthäuser branden sich in Privatbesitz, ein paar gehörten Landesherrn oder kirchlichen Institutionen die sie verpachteten. Zum betreiben eines Gasthauses brauchte man eine mit einer Gebühr verbundenen Konzession. Die Gasthäuser wurden auch meist von Bäckern oder Bauern als Nebenberuf geführt. Auch viele Witwen führten Gasthäuser, da es ein hausnahes Berufsbild war und nicht über Zünfte organisiert wurde.
Das Gasthaus war ein öffentlicher Ort und jeder Menschen konnte sie wie das Rathaus oder die Kirche betreten (Kranke, Bettler und Vagabunden durften sie nicht betreten). Auch Notorische Trinker oder prügelnde Ehemänner konnten mit einem Verbot versehen werden.
Gasthäuser waren über ihre eigentliche Versorgungsfunktion hinaus multifunktionale Räume: sie dienten als Veranstaltungsorte für Feste des Jahres- und Lebenslaufes, für Spiel, Tanz, Theater- und Musik-Aufführungen, sowie andere Unterhaltungen, als Orte von Alltags- und politischer Kommunikation, für Geschäfte, Gerichtsverhandlungen, Konfliktaustrag, medizinische Dienstleistungen, Prostitution und vieles mehr.


Kaffehaus:
Kaffee ist ein eines der bekanntesten Genussmittel, da es nur wegen dem Geschmack und nicht zur Ernährung eingenommen wird. Er hat eine euphorisierdende Wirkung und wird aus gebratenen und gemahlenen Samen (Bohnen) hergestellt. Der Kaffee kommt ursprünglich aus Äthiopien und wurde zum ersten mal auf der Arabischenhalbinsel kultiviert. Erst im 15 Jahrhundert wurde Kaffee als Heißgetränk erfunden. Die ersten Kaffeehäuser entstanden dann in Aden, Kairo, Damaskus und Bagdad.
Globalisierung: Kaffee war kein Handelsgut nachdem man gesucht hatte und so rückte es erst im 16 Jahrhundert ins Bewusstsein der Händler. Ab dem 17 Jahrhundert kam der Kaffee über Jemen und den Levantehandel nach Europa. Zuerst wurde nur sehr wenig, ab der zweiten Hälfte des 17 Jahrhunderts viel mehr gehandelt.
Verbreitung in Europa: Zuerst war Kaffee ein Luxusgut und nur für die Europäische Oberschicht leistbar. Dann wurde er aber in großen Mengen in der Karibik angebaut und es kam zu einem enormen Preisfall. Die Mittelschicht begann sich immer mehr für das Genussmittel zu interessieren und die entstehenden Kaffeehäuser bildeten den Motor zur Verbreitung bei der Masse. In der zweiten Hälfte des 17 Jahrhunderts entstanden die ersten Kaffeehäuser in Europa. Sie verbreiteten sich während der Aufklärung sehr rasch und stark und breiteten sich auch in kleinere Städte aus. Sie zogen hauptsächlich ein bürgerliches Publikum an und wurden immer mehr zu einem Statussymbol. Der öffentliche Konsum verbandt sich dann mit der Kaffeehaus Kultur und so entstanden neue Institutionen als Unterhaltungs- & Bildungsstätte mit gehobener Konversation, Nachrichten Austausch, Zeitunggsservice, Ausstellungen, Schachspiel, Konzerten. Sie setzten sich gegen verrufene Weinlokale und Bierschenken durch. Einen Aufschwung erhält der Kaffee noch mit dem veränderten ernährungsverhalten im 17 Jahrhundert und dem entständen der Frühstückssitte.

Einer der ersten Kaffeehäuser wurde in Istanbul 1550 unter Süleyman dem Prächtigen eröffnet. Es war egal welcher Religion man angehörte, sein Kaffeehaus war für alle offen. Kaffeehäuser konnten verschieden ausgestattet sein. Sie reichten von sehr schönen extravagant eingerichteten Lokalen bis zu billig und heruntergekommenen klein Läden. Deshalb machte das Kaffeehaus mit der zeit auch Probleme, da es ein Ort war wo es viel Prostitution gab. Deshalb wurde unter Murad IV von 1622 bis 1640 ein Kaffeehaus verbot verordnet. Die Informationen gelangten erstmals über Reiseberichte nach Europa und nicht erst nach oder mit der Türkenbelagerung Wiens.
Die Betreiber der Europäischen Kaffeehäuser kamen meist selbst aus dem Orient und der Eintritt war unabhängig von Konfession. Auch die Exklusion von Frauen ist nicht festzustellen. Die Kaffeehäuser begannen aber immer mehr damit gezielt auf bestimmte Gruppen einzugehen und diese zu ihnen zu locken.
Ab dem 19 Jahrhundert wurden die Kaffees immer prunkvoller ausgestattet. Der Kaffeesieder Martin Wiegand spielte das erste Kaffeehaus Konzert im Freien im Café Bellevue um 1788. Auch Walzerkomponist Joseph Langer spielt im ersten Kaffeehaus im Prater. Er Spielte auch mit seinem ganzen Orchester unter freiem Himmel und bekam einen 3 Jahres Vertrag vom Lokal. Die professionelle Vermarktung des Wiener Kaffeehauses sowie der Kaffeehaus-Musik, wurde im folgenden Jahrhundert in alle verschiedenen Hauptstädte Europas und in die ganze Weltexportiert.

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